Donnerstag, 23. April 2009

Es geht um Angst.

Seit dem Vorstoß zum Ausbau der Überwachungmaßnahmen wurde viel diskutiert. Bits und Bytes voller Entrüstung verstopfen die Kommentarseiten der Online-Nachrichtenmagazine. Es wird Spekuliert was denn nun dahinter steckt, oder ob dieser Vorgang mit dem Grundgesetz zu vereinen ist. Es wird geredet, gestritten, geheult, gehasst.
Nur eines wird nicht getan: Mal einen Schritt zurück gehen, um sich das ganze Bild an der Pinwand der Ungeheuerlichkeiten an zu sehen.


Es geht um Angst.

Angst, dass sich hinter einem unscheinbaren Link leicht ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt verbirgt. Angst, dass sich der Wille in einer freien Gesellschaft zu leben zu einem Stigma entwickeln könnte, das einen auf die selbe Stufe wie Sexualverbrecher stellt. Rinderwahn, Atomkriege, Terrorismus, Entfremdung, Gammelfleisch und Wirtschaftskrise. Die Liste der Angstmacher scheint endlos zu sein. Aus gutem Grund. Merkt der Mensch mit der Zeit das die heraufbeschworene Angst unbegründet ist, verliert er sie. Nichteinmal Terror, Krankheit und Angst vor bösen Handystrahlen können Tante Lottchen und Michel Deutsch ewig am zittern halten. Aber was ist so toll an Angst, dass man sie nun in industriellen Ausmaß produzieren möchte?


Kontrolle.

Wer Angst hat sucht nach Führern, die ihn aus dem dunklen Tal der Zweifel und Unsicherheiten befreien. Wie gut das dann schon gleich eine Armada an Heilsversprechen in den Startlöchern steht. Ausgesprochen von jenen, welche die Kontrolle suchen. Doch auch diese haben einen neuen Feind:


Das Internet.

Das World Wide Web bietet nicht nur dem Dachdecker Hans-Hermann aus der Nachbargemeinde eine Plattform, seine Wünsche in Form von Werbung zu präsentieren, sondern ist auch jedem gewillten Bürger eine 24/7 Speaker's Corner ohne Bobbies. Dies bringt für unsere Führung ein Problem mit sich. Wird einmal (ja klar... "einmal" *lach*) Scheiße gebaut, versinkt es nicht mehr nur auf einer unterbesuchten Bundespressekonferenz, für die sich eh kein Journalist mehr interessiert. Nein, plötzlich kann jeder den Pranger aufstellen, jeder dem Angeprangerten ins Gesicht spucken. Sowas passiert heut zu tage zunehmen auf Kosten von Wählerstimmen.


Wir können noch froh sein.

Denn die letzten beiden Staatsgebilde auf dem Territorium der BRD nutzen Weltkriege als letzte Möglichkeit die eigene Bevölkerung zu kontrollieren.

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